Lebendige Einkaufsstraßen in Schöneberg stärken
Einkaufsstraßen und der lokale Einzelhandel haben einen großen Anteil an der Lebensqualität in einem Kiez. Leerstand und die Dominanz von Wettbüros und 99-Cent-Läden machen nicht nur das Einkaufen weniger attraktiv, sondern können - zusammen mit anderen Faktoren - ganze Quartiere zum Kippen bringen. Aus diesen Gründen müssen die Einkaufsstraßen in Schöneberg gestärkt werden.
Im Süden Schönebergs gibt es mehrere interessante und lebendige Einkaufsstraßen. Sie stellen die Versorgung der Bevölkerung sicher und machen in vielen Bereichen den einzigartigen Charme und Charakter Schönebergs aus. In den letzten Jahren sind aber auch zunehmend Leerstände in den Einkauffsstraßen zu beobachten. Sowohl in der Hauptstraße als auch in der Martin-Luther-Straße und den jeweils angrenzenden Seitenstraßen bleiben viele Ladenlokale ungenutzt.
Ebenfalls auffällig ist die starke Zunahme von Wettbüros, 99-Cent-Läden und Imbissen. Diese tragen allerdings mit ihren Angeboten nicht zu einer Stärkung der Einkaufsstraßen bei. Sie sorgen für eine Ausdünnung des Angebots, mindern die Attraktivität und sind eine der Ursachen, warum viele lieber in große Shopping-Center gehen.
Damit Schöneberg aber weiter ein attraktiver Wohnbezirk bleibt, müssen die Einkaufsstraßen gestärkt werden. Besonders für Familien und ältere Menschen ist es wichtig, dass es im Kiez eine vernünftige Einzelhandelsstruktur gibt. Auf kurzen Wegen alles zu bekommen, und das in der gewünschten Qualität und Auswahl ist ein wesentlicher Faktor bei der Wohnortwahl. Vitale und vielfältige Einkaufsstraßen tragen also auch zur sozialen Stabilität eines Kiezes bei.
Um den lokalen Einzelhandel zu stärken, setze ich mich für eine Unterstützung der Einkaufsstraßeninitiativen ein. Bestehende Initiativen müssen in ihrer Arbeit gefördert werden. In den Straßen, in denen es noch keine solchen Zusammenschluss der Gewerbetreibenden gibt, könnten die Einzelhändler an einen Tisch bringen und die Gründung einer Initiative angeregen und unterstützen.
Darüber hinaus müssen die bestehenden Förderpogramme des Landes Berlin und der Investitionsbank Berlin bei den Einzelhändlern noch bekannter gemacht werden, da diese oft noch zu wenig über das vielfältige Unterstützungsangebot wissen.
Wenn es um die Einkaufsstraßen geht, muss man aber auch klar Stellung beziehen, welche Entwicklungen verhindert werden müssen. Ich setze mich dafür ein, mit Hilfe von Textbebauungsplänen beispielsweise die Zahl der Wettbüros zu begrenzen. Mit diesem Instrument konnten in der Vergangenheit z.B. im Bereich der Hauptsstraße erfolgreich neue Sexshops und Casinos verhindert werden.


