Für ein Studium OHNE GEBÜHREN

Seit das Bundesverfassungsgericht das Studiengebührenverbot in Deutschland gekippt hat, forcieren vor allem konservative und neoliberale Kreise die rasche Einführung solcher Gebühren. Dagegen lohnt es sich zu kämpfen. Studiengebühren sind unsozial und bildungspolitisch eine Katastrophe. Ich kämpfe für Studium ohne Gebühren in Berlin.

Wer zurzeit in Berlin studiert, muss keine Studiengebühren bezahlen. Niemand wird zur Exmatrikulation gezwungen, weil er/sie die geforderten Gebühren nicht bezahlen kann. An den Eingängen der Unis befinden sich keine Drehkreuze, durch die nur derjenige kommt, auf dessen Studienkonto noch genügen Guthaben gebucht ist. In Berlin ist das Studium (bis auf die Semestergebühr) kostenfrei. Das soll auch so bleiben. Ich kämpfe dafür, dass in Berlin kein Studiengebühren eingeführt werden. Das tue ich nicht zuletzt auch in der Gewissheit, dass ich selbst mit Studiengebühren nie hätte studieren können.

Es gibt drei unschlagbare Argumente, die für ein Studium ohne Gebühren sprechen. Denn in jedem Land der Erde wurden die folgenden drei Effekte nach der Einführung von Studiengebühren beobachtet:


1. Die Zahl der Studierenden geht durch Studiengebühren zurück.

Studiengebühren wirken abschreckend und führen zu einer niedrigeren Studierendenquote pro Abiturjahrgang. Alle seriösen Bildungsexperten sind sich jedoch einig, dass wir in Deutschland mehr und nicht weniger Studierende brauchen. In der heutigen Informationsgesellschaft brauchen wir mehr gut ausgebildete Fachkräfte, um unseren Wohlstand zu erhalten. Angesichts des demographischen Wandels droht ein enormer Fachkräftemangel, dem nur begegnet werden kann, wenn die Zahl der Studierenden und der Hochschulabsolventen signifikant erhöht wird. Studiengebühren wären hier GIFT.


2. Studiengebühren führen zu einem Rückgang der Studierenden aus sozial schwachen Familien.

Es liegt auf der Hand, dass vor allem die sozial Schwächeren unter Studiengebühren leiden. Besonders hart trifft es all diejenigen, die vom BaföG leben oder ihren Lebensunterhalt durch einen Nebenjob sichern. Für diese Studierende stellen 500 Euro eine nicht zu überwindende finanzielle Hürde dar. Da helfen Tipps wie der des bayerischen Wissenschaftsminister Goppel(CSU, doch einfach 100 Euro im Monat zu sparen oder zwei Stunden Nachhilfe zu geben auch nicht wirklich weiter. Wer schon so mit jedem Cent rechnen muss, kann nicht einfach bis zu 1000 Euro zusätzliche Ausgaben im Jahr verkraften. Mittelfristig führen Studiengebühren zwangsläufig dazu, dass viele ihr Studium aufgeben müssen oder es wegen zusätzlicher Jobs in die Länge ziehen müssen.

Gleichzeitig bauen Studiengebühren für nicht begüterte Abiturientinnen und Abiturienten sowohl hohe tatsächliche als auch psychologische Hürden bei der Aufnahme eines Studiums auf. Viele können sich ein Studium nicht leisten oder aber haben Angst vor Verschuldung und bemühen sich darum erst gar nicht um einen Studienplatz.

Eine Universität nur noch für die Wohlhabenden ist eindeutig ungerecht, unozial und nicht hinnehmbar.


3. Durch Studiengebühren sinken die Ausgaben der öffentlichen Hand für die Hochschulen.

Befürworter von Studiengebühren führen oftmals an, dass durch die Einführung von Gebühren die finanzielle Situation der Hochschule und die Studienbedingungen verbessert werden würden. In allen Ländern, in denen Studiengebühren eingeführt wurden, hat sich jedoch gezeigt, dass damit gleichzeitig die Ausgaben des Staates für die Hochschulen zurückgingen. Es ist für einen Finanzminister ja auch nur zu einfach zu begründen, dass die Unis wegen der Gebühreneinahmen jetzt nicht mehr so viel Geld vom Staat bräuchten. Stattdessen sollen sie einen Beitrag zur Haushaltskonsoliderung leisten, und schon wird die Axt an die öffentlichen Bildungsausgaben gelegt. Am Ende haben die Unis meist nicht mehr Geld und die Studierenden keine besseren Studienbedingungen. Die Gebühren fließen also quasi direkt in die Haushaltslöcher und für die Bildung bleibt am Ende kein zusätzliches Geld übrig.

Studiengebühren sind also:

  • BILDUNGSPOLITISCH UNVERANTWORTLICH
  • UNGERECHT UND UNSOZIAL
  • KEIN BEITRAG ZUR VERBESSERUNG DER STUDIENBEDINGUNGEN
01.06.2006 Berlin braucht mehr und nicht weniger Studierende - Die Berliner Universitäten reduzieren ihr Studienplatzangebot im Wintersemester erheblich. Diese Fehlentwicklung muss korrigiert werden.
  • Seite bei Twitter teilen
  • Seite bei Facebook teilen
  • Seite bei Google bookmarken
  • Seite bei Live bookmarken

YouTube-Kanal von Lars Oberg

Loading...
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits