Berlin braucht mehr und nicht weniger Studierende
Die Berliner Universitäten reduzieren ihr Studienplatzangebot im Wintersemester erheblich. Diese Fehlentwicklung muss korrigiert werden.
Neueste Kapazitätsberechnungen des Wissenschaftssenators ergeben, dass die drei großen Berliner Universitäten (FU, HU, TU) zum kommenden Wintersemester rund 28 Prozent weniger Studienplätze anbieten werden als noch vor drei Jahren. Als Ursache werden von den Universitäten die Einsparvorgaben des Senats und die Umstellung der Studiengänge auf Bachelore und Master angegeben.
Durch die Einführung des Bachelores und des Masters wird der Betreuungsschlüssel an den Universitäten verändert. Künftig werden die Professorinnen und Professoren jeweils weniger Studentinnen und Studenten betreuen. Dies wirkt sich positiv auf die Studienbedingungen aus, sorgt aber bei gleich bleibender Zahl an Lehrenden für einen Rückgang der Studienplätze.
Dieser Trend muss gestoppt werden. Berlin braucht mehr und nicht weniger Studierende. Selbst wenn sich durch eine bessere Betreuung die Zahl der Abbrecher reduzieren und die Absolventenquote steigern lässt, reicht dies nicht aus, um den Bedarf an Hochqualifizierten zu decken. Aus diesem Grund darf eine Verbesserung der Studienbedingungen nicht mit einem Rückgang der Studierendenzahlen erkauft werden. Berlin braucht beides: Bessere Studienbedingungen und mehr Studierende.
Zweifellos steckt Berlin in einer schwierigen Haushaltssituation. Um so wichtiger ist es eindeutige Prioritäten zu setzen und in die Bereiche zu investieren, von denen die Zukunft Berlins ganz wesentlich abhängt. Bildung, Wissenschaft und Hochschule ist einer dieser wesentlichen Pfeiler für die künftige Entwicklung Berlins. Deshalb setze ich mich für eine gezielte Investitionsstrategie in diesem Bereich ein. Durch Investitionen in die Berliner Hochschulen werden individuelle Entwicklungsperspektiven, Wachstumspotenziale und langfristig auch Arbeitsplätze in Berlin geschaffen.


