Robert-Blum-Gymnasium - eine Schule kämpft für Ihre Zukunft
Bildungsstadtrat Hapel (CDU) richtet Schulchaos in Schöneberg an.
Besonders leicht hat es das Robert-Blum-Gymnasium noch nie gehabt. In der Kolonnenstraße auf der Roten Insel gelegen hat sich das Robert-Blum seit Jahrzehnten in einem eher schwierigen Sozialraum behauptet. Eine besondere Stärke konnte sich die Schule mit ihrer Aufbaustufe erarbeiten, die für viele Realschulabsolventen einen Weg zum Abitur anbieten konnte.
Neben den seit Jahren anhaltenden Querelen um die Sanierung des Gebäudes ist jetzt auch das Robert-Blum-Gymnasium eines der Opfer des vom Bildungsstadtrat Hapel (CDU) angerichteten Schulchaos. In einem am 10. September 2009 vorgelegten Entwurf eines Schulentwicklungsplanes hatte Bildungsstadtrat Hapel die Schließung des Robert-Blum-Gymnasiums für das Jahr 2014 angekündigt. Dies hat zu einer Welle der Empörung auf der Roten Insel, bei Eltern, Schüler und Lehrern geführt.
Vor diesem Hintergrund ernteten die Schüler, die zum Auftakt einer Schulversammlung in der Aula des Robert-Blum-Gymnasiums am 25 November 2009 den Schulentwicklungsplan von Herrn Hapel buchstäblich in der Luft zerrissen, tosenden Applaus. Die Aula jubelte und tobte, während ein sichtlich indignierter Bildungsstadtrat auf dem Podium saß. So wie der Abend begann setzte er sich dann für Herrn Hapel auch fort. Eltern, Schüler und Lehrer griffen ihn scharf an. Kritisiert wurden neben der Schließungsdrohung auch die seit Jahren stockende Sanierung und die ebenfalls seit Jahren ausstehende Besetzung der Schulleiterstelle.
Die Verteidigungsversuche von Herrn Hapel blieben so hilflos und unglaubwürdig, wie der gesamte Schulentwicklungsplan. Hapel beteuerte, dass die Schließungsankündigung ein Versehen sei und er sich mittlerweile revidiert habe. Für alle anderen Probleme schob er die Verantwortung von sich und verwies auf die Landespolitik. Stattdessen forderte er die Schule auf, mehr Schüler zu gewinnen, um so den Bestand der Schule zu sichern. Lautstarken Protest und auch Wut erzeugte diese Forderung bei den anwesenden Eltern und Schülern, macht doch eine Schließungsdebatte es nahezu unmöglich Schüler zu gewinnen. Aufgebrachte Eltern fragten dann auch, wie eine Schule, die zur Schließung freigegeben wird und deren Sanierung seit Jahren verschleppt wird erfolgreich Schüler für sich gewinnen solle. Eine Antwort erhielten Sie von Herrn Hapel freilich nicht. Der verlor stattdessen mit zunehmender Veranstaltung die Beherrschung und wies Schüler die sich an der Diskussion beteiligten reichlich ungnädig zu Recht.
Die Schulversammlung zeigte eindrucksvoll, dass das Robert-Blum-Gymnasium sich nicht wehrlos abwickeln lässt. Unterstützung bekommt die Schule dabei aus dem Kiez und von den übrigen Schulen, die sich von Schulentwicklungsplanung des Herrn Hapel bedroht fühlen. Die Eltern dieser Schulen haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen und Ende November eine Demonstration vor dem Rathaus Schöneberg mit 2.000 Teilnehmern auf die Beine gestellt.
Lars Oberg erklärte zu den aktuellen Debatten: "Ich unterstütze die Eltern, Lehrer und Schüler in Schöneberg, die sich für den Erhalt ihrer Schule einsetzen. Angesichts dieses zweifelhaften Versuches einen Schulentwicklungsplan kann ich die Proteste im ganzen Bezirk nur zu gut nachvollziehen. Anstelle dieses unterirdischen Schulverunsicherungsplans brauchen wir ein mit allen Betroffenen gemeinsam erarbeitetes Konzept, wie wir eine attraktive und wohnortnahe Versorgung mit Schulen in Tempelhof-Schöneberg sicherstellen."


