Was passiert rund um das Gasometer auf der Roten Insel?

Stadtplanungsausschuss der BVV beschäftigt sich mit den Planungen auf dem ehemaligen Gasag-Gelände.

Nach Abschluss der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zur Aufstellung des Bebauungsplans 7/29, mit dem der Bezirk Tempelhof-Schöneberg die planungsrechtlichen Grundlagen für die weitere Nutzung des Geländes rund um das Gasometer schaffen will, beschäftigte sich am 9. April 2008 der Stadtplanungsausschuss der BVV mit dem Vorhaben dort ein Europäisches Engergieforum (EUREF)zu errichten. Viele Anwohner nutzten die öffentliche Sitzung des Ausschuss, um sich über den aktuellen Stand zu informieren und vor allem Ihre Kritik an dem Bebauungsplanverfahren und dem Projekt zu artikulieren.

Auch das Ergebnis der frühzeitigen Bürgerbeteiligung dokumentiert das große Interesse und Engagement der Anwohner auf und rund um die Rote Insel für ihre Belange. Über 200 Einwände wurden von den Schönebergerinnen und Schönebergern gegen den Bebauungsplan (B-Plan) und damit gegen das EUREF erhoben. Die zentralen Einwände der Anwohner berühren folgende Aspekte der Planungen:

  • Umfang der Bebauung, d.h. Bauhöhe, Bruttogeschossfläche, Anzahl der Stellplätze
  • Ausweisung des Geländes als Kerngebiet (bislang ist das ehemalige Gasag-Gelände als Mischgebiet ausgewiesen)
  • Verschattung und Einschränkung der Sicht für die Anwohner
  • Lichtemission durch die Beleuchtung der Gebäude in den Nachtstunden
  • Zunahme der Verkehrsbelastung auf der Roten Insel
  • Belastungen durch die langjährigen Bauarbeiten

Vertreter der Bürginitiative Gasometer Schöneberg unterstrichen diese Kritikpunkte und forderten einen städtebaulichen Wettbewerb für das Gelände, um umfassend die verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten zu prüfen. Darüber hinaus betonten die Anwohnerinnen und Anwohner, dass die weitere Entwicklung rund um das Gasometer nur im Dialog mit ihnen vorangetrieben werden sollte und boten an, zur Klärung zahlreicher noch offener Einzelfragen beizutragen.

Der zuständige Stadtrat Krömer (CDU) erläuterte, dass gegenwärtig die Einwendungen der Anwohner aus dem frühzeitigen Beteiligungsverfahren ausgewertet würden, die dann bis Ende April 2008 der BVV vorgelegt werden. Anschließend erfolgt eine Abwägung der Einwände und ggf. Anpassung der Planung. Nach der Sommerpause soll dann die vorgeschriebene Offenlegung des Bebauungsplans erfolgen, die für die Anwohner abermals die Gelegenheit bietet, ihre Kritik und Änderungsvorschläge einzubringen. Auf Anregung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung soll der B-Plan durch einen Städtebaulichen Vertrag flankiert werden, in dem verbindliche Vereinbarungen hinsichtlich der Nutzung des Geländes zwischen dem Investor und dem Bezirk vereinbart werden. Ein solcher Vertrag erscheint tatsächlich dringend geboten, denn in der bisherigen Fassung des B-Plans sind keinerlei Einschränkungen hinsichtlich der Nutzung gemacht.

Nach einer einstündigen Debatte im Ausschuss bleibt festzuhalten, dass mit Ausnahme der Grünen alle Fraktionen in der BVV die EUREF-Idee prinzipiell begrüßen, viele Fragen der Ausgestaltung aber noch ungeklärt sind und das an den Planungen noch etliches verändert werden muss, um das Projekt in Einklang mit den Ansprüchen und Interessen der Anwohner zu bringen.

Zu den Diskussionen im Ausschuss erklärte Lars Oberg: "Das Bezirksamt, die Fraktionen und der Projektentwickler sollten die Einwände und Kritikpunkte der Anwohner sehr ernst nehmen und bei der Aufstellung des Bebauungsplans berücksichtigen. Bislang sind die Planungen definitiv noch nicht Kiez kompatibel. Es ist sehr zu begrüßen, dass sich die Anwohner und die BI konstruktiv in den Planungsprozess einbringen und ein großer auf der Roten Insel Konsens darüber besteht, dass das Gelände rund um den Gasometer mit Augenmaß entwickelt werden soll."

Die Bürgerinitiative trifft sich jeden Donnerstag in der Kneipe "Harmonie" in der Cheruskerstrasse.

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YouTube-Kanal von Lars Oberg

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