Schulstrukturreform: "Ein großer, guter Tag!"
Abgeordnetenhaus beschließt Einführung der Integrierten Sekundarschule und schafft die Hauptschule in Berlin ab.
Die bestmögliche individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler ist das Ziel der Schulstrukturreform, die vom Berliner Abgeordnetenhaus jetzt beschlossen wurde. Die SPD hat damit ihr erklärtes Ziel durchgesetzt, ein gerechteres und durchlässiges Schulsystem für Berlin zu etablieren. Künftig soll es mit Sekundarschule und Gymnasium nur noch zwei Schulformen geben, alle Sekundarschulen werden Ganztagsschulen, das bedeutet, bis 16 Uhr gibt es für die Schülerinnen und Schüler Bildungs- und Betreuungsangebote.
"Noch immer bestimmt allzu oft die soziale Herkunft über den Bildungserfolg eines jungen Menschen", sagte Bildungssenator Jürgen Zöllner in seiner Rede vor dem Abgeordnetenhaus. "Ich glaube, dass es möglich ist und möglich sein muss, die Leistungsfähigkeit aller Schülerinnen und Schüler zu steigern." Der 13jährige Weg zum Abitur sei eine vernünftige Antwort, um möglichst vielen Schülerinnen und Schülern eine Chance auf diesen höchsten schulischen Bildungsabschluss zu geben, wobei die Bedeutung des bewährten Gymnasiums mit seinem um ein Jahr kürzeren Weg unbestritten sei.
Die Schulreform, so Zöllner, sei insgesamt die richtige Antwort auf die Herausforderungen der Stadt. "Moderne und gute Schulen integrieren in ihren Konzepten die Lebenswirklichkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler. Nicht selten sind beide Elternteile berufstätig. Zu viele Jugendliche kommen aus sozial-benachteiligten Familien. Immer mehr Jugendliche wachsen getrennt von einem Elternteil auf. Die Lebensumstände sind bunt, nicht selten problematisch. Die Akzeptanz der Integrierten Sekundarschule wird davon abhängen, ob Eltern Vertrauen in diese Schule gewinnen, ob sie überzeugt davon sind, dass diese Schulen ihren Kindern alle Perspektiven bieten, und ob ihre Kinder in dieser Schule optimale Förderung erhalten."
Beide Schularten - Gymnasium und integrierte Sekundarschule - sollen künftig besser für alle Schülerinnen und Schüler im Unterricht Entwicklungsmöglichkeiten schaffen, die ihren individuellen Lernvoraussetzungen und ihrem Lerntempo gerecht werden. Statt einer Differenzierung im Schulsystem kommt es so zu einer zur Differenzierung im Unterricht.
Weitere Informationen zur Schulstruktur finden Sie: auf der Seite der Senatsverwaltung für Bildung:
Zur Schulreform der Kommentar von Tissy Bruns im Tagesspiegel vom 15. Januar 2010: "Ein großer, guter Tag - über das Ende der Hauptschule in Berlin"
Martin Klesmann kommentierte am 14. Januar 2010 in der Berliner Zeitung: "Gute Schule für Berlin"
Auch die Süddeutsche Zeitung begrüßt die Schulstrukturreform: "Mutige Entscheidung"


