Umgang mit Forschungsmitteln aus der Tabakindustrie

Abgeordnetenhaus diskutiert einen Antrag der Grünen.

Seit mehreren Jahren ist bekannt, dass die Tabakindustrie gezielt versucht Einfluss auf die Ergebnisse medinzinischer Forschung zu nehmen. Dies geschieht oftmals mit dem Ziel, die gefährlichen Folgen des Rauchens zu relativieren. Im schlimmsten Fall wurde versucht, durch die gezielte finanzielle Förderung von Forschung die Forschungsergebnisse zu manipulieren. Auch in Berlin gab es in den letzten Jahren einen derartigen Vorfall, bei dem durch eine finanzielle Förderung indirekten Einfluss auf die Ergebnisse einer Untersuchung zu den Folgen des Rauchens genommen wurde.

Vor diesem Hintergrund haben die Grünen einen Antrag ins Abgeordnetenhaus eingebracht, mit dem die Berliner Forschungseinrichtungen aufgerufen werden, künftig die Annahme von Forschungsmitteln von der Tabakindustrie auszuschließen. SPD und Linksfraktion, die das grundsätzlich Ziel des Antrags unterstützen, brachten im Wissenschaftsausschus einen Änderungsantrag ein, dass die Annahme von Forschungsmitteln von der Tabakindustier an klare Kriterien geknüpft sein muss.

Lars Oberg, wissenschaftpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion sagte im Rahmen der Diskusion des Antrags im Abgeordnetenhaus:

"Unser Weg ist es, die Annahme von Forschungsmittel an klare Bedingungen zu knüpfen, die eine Manipulation weitgehend ausschließen. Wenn transparent ist, wer für ein Forschungsprojekt bezahlt, wenn Forschungsergebnisse vollständig vorgelegt werden müssen,wenn auf die Ergebnisse kein Einfluss genommen werden darf, wenn das Verhältnis von Leistung und Zahlung angemessen sein müssen, dann wird der Lobbyismus via Forschungsförderung wirksam bekämpft. Die von den Grünen vorgeschlagene Regelung wirft die Frage auf, wo man die Grenze ziehen will zwischen erwünschten und unerwünschten Drittmitteln. Neben der Tabakindustrie gibt es weitere Branchen, die durch das Instrument der Finanzierung Einfluss auf Forschungsergebnisse und damit die Öffentlichkeit nehmen könnten."

Die vollständige Rede von Lars Oberg sowie ein Schlagabtausch mit Heide Kosche können sie auf der Seite des rbb ansehen.

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YouTube-Kanal von Lars Oberg

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