Bildungserfolg von Jungen und Mädchen in Berlin
Kleine Anfrage belegt: Jungen gehören zu den Verlierern unseres Bildungssystems.
Dass der Bildungserfolg in Deutschland stark vom sozialen Status und dem Bildungshintergrund der Eltern abhängt ist nach der Pisa-Studie mittlerweile allgemein bekannt. Doch auch das Geschlecht scheint eine Rolle zu spielen. Dies ist das zentrale Ergebnis einer kleinen Anfrage von Lars Oberg.
Nach Angaben der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung schneiden Jungs in allen Bildungsbereichen schlechter als Mädchen ab. Dies beginnt schon mit der Bildungsgangempfehlung beim Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule nach der 6. Klasse. Knapp 44 Prozent der Schülerinnen haben im letzten Schuljahr am Ende der Grundschule eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten, während der Anteil bei den Schülern etwas unter 35 Prozent liegt. Für die Hauptschule werden hingegen über 21 Prozent aller Schüler nach der 6. Klasse empfohlen, während lediglich 15 Prozent der Schülerinnen eine Hauptschul-Empfehlung bekommen.
Noch eindeutiger fallen die Ergebnisse am Ende der Schulzeit aus. Es zeigt sich, dass Jungen seltener Abitur machen und häufiger die Schule ohne jeden Abschluss verlassen als die Mädchen. Im letzten Schuljahr haben 42 Prozent aller Schulabgängerinnen Abitur gemacht. Unter den männlichen Schulabgängern lag der Anteil der Abiturienten nur bei 32 Prozent. Ohne jeden Abschluss verließen im letzten Schuljahre 1222 Jungen und 842 Mädchen die Schule. Hier ist der Anteil der jungen Männer also deutlich höher.
Weniger dramatisch fallen die Ergebnisse bei den Hochschulabsolventen aus. 52 Prozent aller Hochschulabsolventen waren im letzten Jahr weiblich und 48 Prozent männlich. Doch auch hier zeigt sich, dass sich die Frauen erfolgreicher im Bildungssystem behaupten können.
"Wir müssen feststellen, dass es in unserem Bildungssystem einen Unterschied macht, ob man männlichen oder weiblichen Geschlechts ist. Die Ergebnisse zeigen, dass Jungen vor allem in der Schule deutliche Nachteile haben. Die Politik muss sich mit dieser Form von geschlechtsspezifischer Diskriminierung beschäftigen, die Ursachen analysieren und Handlungsansätze zur Lösung des Problems entwickeln. Der aktuelle Zustand hat nicht nur negative Konsequenzen für den einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt und darf nicht einfach hingenommen werden. Darum werde ich dieses Thema auf die politische Agenda setzen." erklärte Lars Oberg zu den Ergebnissen der kleinen Anfrage.
Die vollständige Anfrage kann hier runter geladen werden:


