Käufer des Gasometers informiert über seine Pläne

Rund um das Schöneberger Wahrzeichen soll ein europäisches Energieforum entstehen.

Der Verkauf des Gasag-Geländes an der Torgauer Straße im Februar diesen Jahres an den Berliner Architekten Reinhard Müller hatte in Schöneberg zu heftigen Spekulationen über die weitere Nutzung des Geländes geführt. Die wage Ankündigung einen Standort für Energiedienstleistungen zu errichten gab genug Spielraum für allerlei Gerüchte. Besonders interessiert zeigten sich die Anwohner an der Zukunft des Gasometers, dem rund 80 Meter hohen Wahrzeichen der Roten Insel.

Das Gasometer und das umliegende Gelände in Schöneberg, auf dem das Energieforum entstehen soll.

Das Gasometer und das umliegende Gelände in Schöneberg, auf dem das Energieforum entstehen soll.

Bei einer Präsentation im Stadtplanungsausschuss der BVV konkretisierte der Eigentümer nun seine Planungen. Auf dem Rund 40.000 Quadratmeter großen Areal soll ein Zentrum für Unternehmen und Forschungseinrichtungen werden, die sich mit dem Thema Energie beschäftigen, entstehen. Darüber hinaus ist auch eine Privatuniversität für rund 500 Studierende eines Masterstudiengangs mit Schwerpunkt Energie geplant.

Untergebracht werden sollen die Einrichtungen in acht neuen Gebäuden, die entlang der S-Bahn errichtet werden sollen. Zwar sollen diese Neubauten mit 35 bis 65 Metern niedriger bleiben als das denkmalgeschützte Gasometer, fallen im Vergleich mit der umgebenden Bebauung jedoch recht groß aus. Auch das Gasometer soll künftig genutzt werden. Die Planungen sehen vor, innerhalb der Stahlhülle des Gasometers ein markantes Gebäude mit einer Glasfassade zu errichten. Neben den Bürogebäuden sollen auch Flächen für Restaurants, Cafés und ein Hotel entstehen. Insgesamt sollen 150.000 Quadratmeter Nutzfläche entstehen. Außerdem ist der Bau von rund 2.000 unterirdischen Stellplätzen für Autos vorgesehen.

Die Realisierung des Gesamtprojektes würde rund 500 Millionen Euro kosten. Der Investor geht davon aus diese Summe ohne öffentliche Förderung aufbringen zu können. Ganz alleine will Herr Müller das Projekt doch auch nicht angehen und so sind die Deutsche Energieagentur und Gasag als Partner im Gespräch.

Sollten die skizzierten Planungen tatsächlich Wirklichkeit werden, wäre dies das größte Bau- und Investitionsprojekt der letzten Jahrzehnte in Schöneberg. Bevor mit einem Bau jedoch begonnen werden kann, müssen zunächst die erhebliche Kontaminierung des Bodens beseitigt und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Ziel des Eigentümers ist es, noch im Jahr 2008 mit dem Bau zu beginnen und das Projekt 2012 abzuschließen.

Mit Blick auf die Geschichte des Geländes und den ähnlich ambitionierten Planungen aus den frühen 90er Jahren bleibt abzuwarten, ob diesmal die großen Pläne Wirklichkeit werden. Von politischer Seite muss darauf geachtet werden, dass für die Anwohner der Roten Insel und im Bereich der Ebers- und Feurigstraße die Belastungen durch zusätzlichen Verkehr und Lärm in Grenzen gehalten werden.

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