Proteste gegen Großbordell
Pläne ein Laufhaus an der Kurfürstenstraße zu errichten stoßen auf heftige Ablehnung.
"Ausgerechnet an der Kurfürstenstraße..." so fangen viele Sätze an, wenn die Anwohnerinnen und Anwohner im Schöneberger Norden über das geplante Großbordell an der Kurfürstenstraße diskutieren. Direkt an der Ecke Kurfürstenstraße / Potsdamer Straße plant ein privater Investor in einem Gebäude, das schon heute einen recht groß geratenen Sex-Shop beherbergt, ein Laufhaus einzurichten. Dort sollen bis zu 40 Prostituierte arbeiten.
Diese Pläne stoßen auf heftigen Widerstand der Anwohner, hatte sich doch schon mit der Eröffnung des Sex-Shops die Situation im Kiez deutlich verschärft. Offenbar angezogen durch die Kundschaft des Sex-Shops, hat die in diesem Bereich fast schon traditionelle Straßenprostitution in den letzten Monaten ein neues Ausmaß angenommen. Die Zahl der Prostituierten stieg stark an, die Werbung um Freier wird zunehmend aufdringlicher und es kam sogar zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Viele Bewohner des Schöneberger Nordens fürchten nun, dass sich durch ein Laufhaus die Lage im Kiez weiter verschlechtert. Die Bemühungen des seit Jahren aktiven Quartiersmanagement und die damit verbundene Stabilisierung des als sozialer Brennpunkt bekannten Gebiets werden als gefährdet angesehen.
Aus diesen Gründen engagieren sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nun gegen das geplante Laufhaus. Eine Petition gegen das Bordell wurde mittlerweile von mehreren Tausend Schönebergern unterschrieben und auch bei Veranstaltungen artikulierten die Anwohner ihren Unmut und ihre Bedenken. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg reagierte rasch und so hat Bezirksbürgermeister Band (SPD) mittlerweile angekündigt, mit allen legalen Mitteln das Laufhaus verhindern zu wollen. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe des Bezirksamtes eingerichtet, die prüfen soll, wie die Errichtung des Großbordells verhindert und wie die für die Anwohner untragbare Straßenprostitution in diesem Bereich eingedämmt werden kann. Anfang November sollen erste Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Auch in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) fanden die Haltung und das Vorgehen des Bezirksbürgermeisters eine fast einhellige Zustimmung. Lars Oberg erklärte zu der Situation in der Kurfürstenstraße, dass eine umfassende Strategie entwickelt werden müsse, wie die aggressive Straßenprostitution eingedämmt und der Kiez stabilisiert werden könne. Alleine mit einer Verhinderung des Großbordells lassen sich die aktuell bestehenden Probleme nicht lösen, so Oberg weiter.


