Mädchen treten für mehr Sicherheit in Schöneberg ein
Die Polizeikommissarin Frau Phlippeau lud am 27. Juni 2007 die Teilnehmer der Kieztour, also das Café Pink, die Jusos sowie den Bezirksverordneten Heiko Lindner und Lars Oberg zu einem Gespräch in den Polizeiabschnitt 41 ein. Die Themen Drogenhandel, Prostitution und Jugendgewalt bewegten die Mädchen während der Kieztour Ende Mai so sehr, dass weiterer Gesprächsbedarf bestand.
Bei Kaffee und Keksen erzählten die Mädchen dann von Spielplätzen, auf denen Drogenabhängige ihre Spritzen zurücklassen und von Mitschülern, die schon vor Schulbeginn eine Tüte rauchen würden. "Wie erkenne ich, ob ein Mitschüler Drogen genommen hat?", wollte eines der Mädchen wissen. Herr Maiwald, Präventionsbeauftragter des Abschnitt 41, erklärte, dass das Verhalten einer Person durch den Konsum von Drogen sehr auffällig ist: entweder sehr aufgeregt, laut oder auch aggressiv. Darüber hinaus sagte er, dass sich Drogenkonsum noch bis zu drei Monate später nachweisen ließe, was unter bestimmten Umständen zu Problemen beim Führerscheinerwerb zur Folge hätte. Frau Phlippeau bat darum, die Polizei umgehend über liegen gelassene Spritzen zu informieren, damit diese unverzüglich und fachgerecht entsorgt werden könnten.
Eine weitere Frage der Mädchen war, inwieweit die Polizei die Prostitution rund um den Nollendorfplatz verhindern könne. Hierzu stellten die beiden Polizisten klar, dass es zum einen eine sehr strenge Kontrolle durch die Polizei gäbe, um die mögliche Prostitution von Minderjährigen schon frühzeitig zu unterbinden. Zum anderen stünden die Polizeibeamtinnen und -beamten, die dort unterwegs sind, auch als Ansprechpartner für Prostituierte zur Verfügung, sofern dies gewünscht wird. Weiterhin informierten sie darüber, dass diverse Betreuungsangebote vor Ort eingerichtet seien. Sie stellten aber auch klar, dass Prostitution in Deutschland nicht verboten ist und dass dies - solange niemand dazu gezwungen wird oder volljährig ist - auch am Nollendorfplatz vollkommen legal geschieht.
Nach eineinhalb Stunden intensiver Diskussion und interessanten Informationen bedankten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Frau Phlippeau und Herrn Maiwald und vereinbarten, dass dies sicherlich nicht das letzte Treffen zum Thema Sicherheit im Kiez war.
Autor: Heiko Lindner


