SPD kämpft für Haus am Kleistpark

BVV-Fraktion der SPD stellt Antrag zum Erhalt des historischen Gebäudes der Musikschule.

Die Schöneberger Kunstszene ist alarmiert. Die Haushaltssituation des Bezirks hat Bildungsstadtrat Dieter Hapel (CDU) dazu veranlasst, unter anderem das "Haus am Kleistpark", Heimat des Kunstamtes und der Musikschule, zur Disposition zu stellen. In Rede steht der Verkauf des Hauses in der Grunewaldstraße und die Verteilung der dortigen Institutionen auf andere bezirkliche Standorte. So ist beispielsweise beabsichtigt, das Kunstamt in die ehemaligen Räume der Willy-Brandt-Ausstellung im Rathaus Schöneberg zu verlegen.

Hapel ist in akuten Haushaltsnöten. Die Versäumnisse seiner Abteilung Schule, Bildung und Kultur in den Vorjahren haben dazu geführt, dass nunmehr auch schmerzhafte Entscheidungen getroffen werden müssen. Schmerzhaft wäre ein Verkauf des Hauses am Kleistpark in mehrfacher Hinsicht:

  • Es ist ein eingeführter Kunst-Standort mit einem Namen über den Bezirk hinaus. Die dortigen Werkstätten und Ausstellungsflächen wären im Rathaus schwerlich unterzubringen.
  • Es gibt eine erfolgreiche Kooperation mit der benachbarten Universität der Künste.
  • Kunstamt und Musikschule sind wichtige Impulsgeber im Schöneberger Norden und dienen der Imagepflege der Gegend.
  • Die Aufgabe eines bekannten Anlaufpunkts war vor der Bezirksfusion schon für die Musikschule Tempelhof ein spürbarer Rückschlag; nun droht der gemeinsamen Musikschule das gleiche.


Nicht verschwiegen werden kann, dass das Gebäude in seinem aktuellen Zustand verschiedene Probleme aufweist, die dringend behoben werden müssen.

  • Es ist nicht geeignet für Menschen mit Gehbehinderungen.
  • Feuerpolizeilich genießt es nur noch Bestandsschutz, ein zweiter Fluchtweg fehlt.
  • Substanz und Haustechnik sind sanierungsbedürftig.

Die SPD-Fraktion in der BVV hat sich lange mit der Situation auseinandergesetzt und ist zu dem Schluss gekommen, dass ein einfacher Verkauf zu einfach wäre. Es gibt Vorbilder für Lösungen, die Institutionen wie das Haus am Kleistpark erhalten und dennoch die Bezirkskasse entlasten.

In einem nun in die BVV eingebrachten Antrag fordert die SPD das Bezirksamt auf zu prüfen, ob in Zusammenarbeit mit der GSE gGmbH - Gesellschaft für Stadtentwicklung (oder ähnlicher Institutionen) eine Weiternutzung des Haus am Kleistpark möglich ist. Einen ähnlicher Weg wurde bereits beim Haus Bethanien und beim Kulturhaus Kyffhäuserstraße gegangen.

Nun wird sich zeigen, ob die übrigen Parteien in Schöneberg bereit sind diesen alternativen Weg mitzugehen und das Haus am Kleistpark für die Schönebergerinnen und Schöneberger zu retten.

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