Dokumentation: Offener Brief des Robert-Blum-Gymnasiums

Schule fordert Bezirksverordnete auf, sich für die Sanierung der Schule einzusetzen.

Sehr geehrte Mitglieder der BVV Tempelhof-Schöneberg,


das Robert-Blum-Gymnasium liegt im Norden von Schöneberg in einem so genannten "innerstädtischen Gebiet mit einem besonderen Entwicklungsbedarf". Die Schließung von Gymnasien in Innenstadtbezirken ist eine Form von Benachteiligung, die die soziale Segregation und damit die Spaltung der Stadt vorantreibt, mit allen bekannten negativen Folgen. Die Arbeit an unserer Schule zeigt, dass wir neue Konzepte erarbeiten, um ihre Attraktivität zu erhöhen. Wir kämpfen des¬halb um den langfristigen Erhalt des Robert-Blum-Gymnasiums und bitten Sie um Ihre Unterstützung.


Aus Anlass der Debatte um den Schulentwicklungsplan des Bezirks bekräftigen wir unseren Antrag vom 15.März 2009:


Umwandlung des Robert-Blum Gymnasiums in ein gebundenes Ganztagsgymnasium

Begründung: Für unsere Schüler, die zum Teil aus finanziell schwachen Elternhäusern stammen, eröffnet ein Ganztagsbetrieb zusätzliche Fördermöglichkeiten, die diese dringend benötigen. Unsere Schulgemeinschaft hat deshalb schon vor zwei Jahren eine dahingehende Entwicklung eingeleitet; wir bieten einen partiellen Ganztagsbetrieb mit einer Mittagsversorgung an. Hinter diesem Konzept stehen das gesamte Kollegium (Beschluss ohne Gegenstimmen), die Eltern und die Schülerinnen und Schüler. Wir haben ein schlüssiges Konzept für ein Ganztagsgymnasium vorgelegt, das bestätigt auch die Schulaufsicht.


Im SEP vom 23.2.2010 Seite 3 wird in Abschnitt V betont, dass es das bildungspolitisches Ziel des Bezirksamtes ist, die höheren Schulabschlüsse zu steigern. In diesem Zusammenhang bedauern wir sehr, dass unser Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung zur Einrichtung einer Aufbauphase während einer Übergangszeit abgelehnt wurde, obwohl unsere Schule langjährige Erfahrung mit Aufbauschülern hat. Unsere Gesellschaft kann auf diese Abiturienten nicht verzichten! Das Robert-Blum-Gymnasium steht weiterhin dafür bereit, diese Schülerinnen und Schüler zum Abitur zu führen.


Darüber hinaus fordern wir eine Weiterführung der seit 7 Jahren dauernden Renovierungsmaßnahmen, die längst bewilligt sind. Von über 100 Millionen Euro, die im Bezirk für Schulsanierungen ausgegeben werden sollen, ist kein Cent für unser Schulgebäude vorgesehen! Noch immer sind die Treppenflure vollständig unrenoviert und es hängen Kabel aus den Wänden und aus den Decken. Dagegen gibt es Schulen im Bezirk, deren Gebäude demnächst aufgegeben werden, die aber (berechtigterweise) Gelder erhalten. Dies ist eine deutliche Benachteiligung unserer Schule durch den Schulträger.


Wenn man es stadtpolitisch für wichtig hält, Wohnquartiere vor dem Kippen zu bewahren bzw. aufzuwerten, muss man unseren Schulstandort erhalten. Wir fordern hiermit die als bildungspolitisches Ziel im Schulentwicklungsplan genannte Unterstützung von Schulen in sozial schwach entwickelten Gebieten ein (Seite 3, Punkt VI). Die Bewilligung des Ganztagsbetriebes und die Weiterführung der Baumaßnahmen wären ein wichtiges Signal hierzu.



Mit freundlichen Grüßen


Die Schulkonferenz des Robert-Blum-Gymnasiums

Die Gesamtelternvertretung des Robert-Blum-Gymnasiums

Die Schülervertretung des Robert-Blum-Gymnasiums

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