Umgestaltung des Cheruskerparks - Eine Positionierung
Lars Oberg unterstützt die laufende Umgestaltung des Parks am Rande der Roten Insel.
Die Umgestaltung von Grünflächen hat sich in den letzten Jahren immer wieder zu einem großen Aufreger für die jeweils betroffenen Anwohner entwickelt. Das war beim Kleistpark so, das war beim Nelly-Sachs-Park so und auch beim Cheruskerpark ist es jetzt nicht anders.
In der Debatte zur Umgestaltung und Erweiterung des Cheruskerparks vertrete ich als Anwohner und Wahlkreisabgeordneter folgende Position:
Die Erweiterung des Cheruskerparks um die Gasag-Nordspitze ist ein Gewinn für unseren Kiez. Die Rote Insel ist einer der am dichtesten besiedelten Kieze in Schöneberg. Eine zusätzliche bzw. deutlich erweiterte Grünfläche trägt zur größeren Attraktivität des Wohnquartiers bei und steigert die Lebensqualität für die Anwohner. Ich denke, dass dieser Teil der Umgestaltung des Parks in Schöneberg weitgehend unumstritten sein dürfte.
Heftigen Streit gibt es jedoch darüber, dass im nördlichen Abschnitt des bereits bestehenden Cheruskerparks zahlreiche bislang zugewucherte Grünflächen gerodet wurden. Dabei handelt es sich um Flächen direkt an der Cheruskerstraße bzw. an den Bahnanlagen. Bislang waren diese komplett zugewachsen, für die Anwohner nicht zugänglich und damit so eine Art Biotop. Die nun verschiedentlich beklagte Rodung schafft die Voraussetzung, um diese Flächen zu einem für die Anwohner betret- und benutzbaren Teil des Parks zu machen und dient einer einheitlichen Gestaltung des Parks.
Ich unterstütze diese Maßnahme ausdrücklich. Ich finde es richtig, dass diese Flächen so umgestaltet werden, dass wir als Anwohner sie als Park nutzen können. Ein Park ist immer "gestaltete" Natur und hat wenig Wert, wenn er durch z.B. Kinder und Familien nicht genutzt werden kann. Auch habe ich nichts gegen eine einheitliche Gestaltung der gesamten Parkanlage, die bislang bestehende dunkle Ecken beseitigt und Angsträume vermeidet. Auch ich finde den jetzigen Zustand der Parkanlage nicht schön. Aber ohne Rodung gibt es eben keine Neugestaltung und die jetzige Tristes ist lediglich ein Zwischenstadium auf dem Weg zu einer dann hoffentlich attraktiven Parkanlage.
Ein wenig verwunderlich finde ich den Aufschrei zum jetzigen Zeitpunkt. Bereits Ende März wurden die Planungen im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung durch das Bezirksamt vorgestellt. Damals erhob sich kein Protest und auch nicht in den Monaten danach, in denen die Planungen im Internet einsehbar waren.
Am Ende ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob man lieber Grünbiotope oder nutzbare und lichte Parkanlagen in seinem Wohnumfeld haben möchte. Ich persönlich freue mich über jeden Park, den ich zusammen mit meiner Familie benutzen kann und damit auch auf den neuen und größeren Cheruskerpark.


