Herr Müller, wann wird das Gasometer endlich saniert?

Trotz vertraglicher Verpflichtung des neuen Eigentümers ist von Sanierung des Schöneberger Wahrzeichens nichts zu sehen.

Seit über einem Jahr prangt am Schöneberger Gasometer ein riesiger Werbebildschirm aus Leuchtdioden, der nachts die Anwohner mit flackernden Werbebotschaften behelligt. Nach Angaben des Eigentümers des Gasometers ist der 600 Quadratmeter große "Nightscreen" der größte seiner Art in Europa. Eine solche Werbung kann in Berlin nur dann angebracht werden, wenn das betreffende Gebäude saniert wird oder sich im Umbau befindet.

Im Fall des Gasometers wurde zwischen dem Bezirk und dem Eigentümer, Reinhard Müller, ein Vertrag geschlossen, der die Genehmigung der Werbefläche an die Sanierung des denkmalgeschützten Gasometers knüpft. Das Bezirksamt in Person des zuständigen Stadtrats Bernd Krömer (CDU) zeigte sich dabei sehr großzügig. Dem Eigentümer wurde der Betrieb des Werbebildschirms schon Monate vor einem Sanierungsbeginn gestattet. Das ist sicherlich zulässig aber eigentlich nicht notwendig, denn die Belästigung der Anwohner durch das nächtliche Geflimmer hätte zeitlich deutlich reduziert werden können.

Jetzt ein Jahr später stellt sich heraus, dass die Großzügigkeit des Bezirksamts nicht belohnt wird. Denn trotz Vertrag und vereinbarten Fristen ist von den dringend notwendigen Sanierungsarbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude nichts zu sehen. Dies ist angesichts des baulichen Zustands des Gasometers so wenig hinzunehmen, wie vor dem Hintergrund des zu diesem Zweck genehmigten Werbebildschirms.

Herr Müller hat also dringend die Frage zu beantworten, wann die Sanierungsarbeiten endlich beginnen. Auch das Bezirksamt ist aufgerufen auf die Einhaltung des Vertrags zu pochen. Es wäre schwer vorstellbar, dass das Bezirksamt einen Bruch des Vertrages einfach so hinnehmen könnte. Wenn ein Vertragsbruch nachweisbar sein sollte, dann müsste die Betriebsgenehmigung für den Werbebildschirm unverzüglich entzogen werden.

Die Geschichte rund um den "Nightscreen" wirft ein bezeichnendes Licht auf das gesamte Vorhaben von Herrn Müller rund um das Gasometer und die hochfliegenden Pläne ein Europäisches Energieforum zu errichten.

Das Gasometer in Schöneberg

Das Gasometer in Schöneberg

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