Ethikunterricht für alle bleibt - ProReli scheitert

Mehrheit der Schöneberger stimmt für Ethik

Mit einem deutlichen Ergebnis endete der zweite landesweite Volksentscheid am 26. April 2009. Bei der Abstimmung über die Einführung eines Wahlpflichtfachs Religion entfielen lediglich 48,5 Prozent der abgegebenen Stimmen auf den von der Initiative ProReli vorgelegten Gesetzentwurf. 51,3 Prozent der zur Wahl gegangenen Berlinerinnen und Berliner stimmten mit Nein und damit für das bestehende Modell aus verpflichtendem Ethikunterricht ab der siebten Klasse und einem freiwilligen Religionsunterricht ab der ersten Klasse.

Die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 29 Prozent. Damit verfehlt ProReli nicht nur die Mehrheit der abgegeben Stimmen, sondern auch das vorgegebene Quorum von 25 Prozent Zustimmung aller Wahlberechtigten. Insgesamt stimmten nur 14 Prozent aller Wahlberechtigten für ProReli. 86 Prozent sahen entweder keine Notwendigkeit einer Änderung an dem bestehenden Ethikunterricht und gingen darum nicht zur Wahl (71 Prozent) oder stimmten gegen ProReli (15 Prozent).

Bei näherer Betrachtung des Ergebnisses wird deutlich, dass es im Westteil der Stadt eine deutliche Mehrheit der abgegebenen Stimme für ProReli gab. Für Schöneberg gilt dies allerdings nicht. In weiten Teilen Schönebergs stimmte eine große Mehrheit am 26. April mit Nein und damit für den gemeinsamen Ethikunterricht. So stimmten auf der Roten Insel in den verschiedenen Wahllokalen zwischen 62 und 67 Prozent mit Nein. Schöneberg nimmt damit im Westteil der Stadt eine Sonderstellung ein.

Insgesamt ist das Ergebnis ein großer Erfolg für alle gesellschaftlichen und politischen Gruppen, die sich seit Jahren für das gemeinsame Wertfach in Berlin einsetzen.

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