Was wird aus dem Schöneberger Gasometer?

Bebauungsplanverfahren geht in die nächste Runde - Schöneberger sind aufgerufen sich zu beteiligen.

Die Diskussion über die Zukunft des Geländes rund um den Gasometer beschäftigt die Menschen in Schöneberg mittlerweile seit mehr als einem Jahr. Damals war bekannt geworden, dass der Projektentwickler Reinhard Müller auf dem Gelände ein völlig neues Quartier aus dem Boden stampfen will. Neben dem Bau mehrer Gebäude, die zum Teil bis zu 65 Meter hoch werden sollten, sah die Planung auch den Ausbau des denkmalgeschützten Gasometers vor. Dies mobilisierte einen breiten Protest auf der Roten Insel und in den angrenzenden Kiezen.

Postkarte von Lars Oberg, die in den kommenden Tagen auf der Roten Insel verteilt wird.

Postkarte von Lars Oberg, die in den kommenden Tagen auf der Roten Insel verteilt wird.

Bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung im April 2008 gingen weit über 200 Einwände von Anwohner gegen die Planungen ein. Sowohl die Höhe als auch die Massivität der Bebauung - geplant sind 160.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche - wurden heftig kritisiert. In Reaktion auf diese Kritik wurden durch den Projektentwickler die Gebäudehöhen in den Plänen reduziert, ohne aber die Geschossfläche zu reduzieren. Auch die Reduktion der Höhe blieb weit hinter den Erwartungen der Anwohner zurück. Nach wie vor sind Gebäude von bis zu 45 Meter Höhe vorgesehen, die damit annähernd doppelt so hoch sind wie die umgebende Wohnbebauung.

Seit 27. April 2009 liegen nun erneut die Entwürfe des Bebauungsplans für den Gasometer im Rathaus Schöneberg aus. Alle Anwohnerinnen und Anwohnern können innerhalb eines Monats ihre Einwände gegen die Planungen vorbringen. Dies ist eine der letzten Chancen, auf das Verfahren Einfluss zu nehmen und das Bezirksamt sowie die Bezirksverordneten mit der Position der Anwohner zu konfrontieren. Lars Oberg erklärte dazu: "Der vorliegende Bebauungsplan sieht eine massive Veränderung des Wohnumfelds für mehr als 15.000 Schönebergerinnen und Schöneberg vor. Ich rufe alle Anwohner auf, sich die Pläne anzuschauen und ihre mögliche Kritik vorzubringen. Aus diesem Grund werden in den kommenden Tagen 10.000 Postkarten auf der Roten Insel und den angrenzenden Kiezen verteilt, mit denen ich über die Auslegung der Pläne informiere."

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