Sicherheitsforum auf der Roten Insel großer Erfolg
Rund 100 Anwohner diskutieren mit dem Bezirksbürgermeister und der Polizei.
Am 18. November 2008 fand erstmals ein Sicherheitsforum auf der Roten Insel statt. Anlass für diese besondere Form der Bürgerversammlung waren zahlreiche Beschwerden von Anwohnern über eine zunehmende Unsicherheit auf der Roten Insel. Mit 700 gelben Zetteln hatte das Bezirksamt an den Haustüren des Kiezes die Veranstaltung angekündigt. Trotz Regen und Kälte waren rund 100 Anwohner der Einladung des Bezirksbürgermeisters Band (SPD) gefolgt und in das Spenerhaus in der Leberstraße gekommen.
Nach einer kurzen Einführung durch den Bezirksbürgermeister entwickelte sich rasch eine intensive Debatte. Viele Anwohner schilderten ihre Eindrücke und Erlebnisse mit Straftaten, Gewalt, Drogenhandel und Unsicherheit. So berichtete ein Anwohner aus dem südlichen Teil der Leberstraße in eindrücklichen Worten, wie sich dort rund um ein Ladenlokal in den letzten Jahren massiver Drogenhandel entwickelt habe. Mittlerweile habe sich die Situation so zugespitzt, dass Anwohner, die sich gegen diese Entwicklungen wehrten und Anzeigen bei der Polizei erstattet hätten, bedroht würden. Zahlreiche Anwesende bestätigten diese Schilderung und auch der Kriminalbeamte des zuständigen Polizeiabschnittes erklärte, dass der benannte Laden bereits mehrfach Gegenstand von Ermittlungen und polizeilichen Maßnahmen war.
Im Verlaufe der Diskussion wurde deutlich, dass Einbrüche bei Gewerbetreibenden, Drogenhandel und Graffiti die Hauptsicherheitsprobleme auf der Roten Insel sind. Auch wenn es dem subjektiven Empfinden vieler Anwohner widerspricht, ist die Zahl der Straftaten im Kiez jedoch insgesamt rückläufig. So ging in den ersten 10 Monaten des Jahres 2008 die Zahl der zur Anzeige gebrachten Straftaten auf der Roten Insel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent zurück. Auch im Vergleich mit den übrigen Bereichen in Schöneberg sei die Rote Insel ein von Kriminalität eher weniger belasteter Kiez.
Dennoch bestand unter den anwesenden Anwohnern Einigkeit, dass es einer gemeinsamen Strategie von Polizei, Ordnungsamt und Jugendamt bedürfe, um die Situation auf der Insel zu verbessern. Lars Oberg erklärte: "Es ist offensichtlich, dass sich die Probleme auf der Roten Insel sehr stark auf gewisse Deliktformen konzentrieren. Polizei und Bezirksamt sind aufgerufen im Dialog mit den Anwohnern Ansätze zu entwickeln, wie die bereits sehr hohe Lebensqualität des Kiezes weiter verbessert werden kann. Die Rote Insel ist sicherlich kein Problemkiez. Dies darf aber nicht dazu führen, dass zweifellos bestehende Problem ignoriert oder bagatellisiert werden."
Bezirksbürgermeister Band griff die Anregungen der Anwohner zum Ende der Veranstaltung auf und kündigte an, dass in einem halben Jahr erneut eine Bürgerversammlung durchgeführt werden solle. Bis dahin werden die Experten aus den verschiedenen Bereichen des Bezirksamtes gemeinsam mit der Polizei Ansätze zur Verbesserung der Situation auf der Roten Insel entwickeln.


